Impfen

Das Impfen ist ein sehr komplexes Thema. Sowohl für Eltern, aber auch sogar für Fachkräfte ist es nicht leicht bei der Fülle an Informationen den Überblick nicht zu verlieren.

 

Leider scheint es auch nicht nur ein gesundheitliches Thema zu sein, sondern auch ein Thema, welches in höchstem Maß beladen ist mit Interessenskonflikten. Es gibt eine politische Seite, eine ökonomische, eine Elternseite, eine Kindseite, eine Seite der Immungeschwächten, eine Seite der Stiko und anderer Institute und Organisationen (WHO, Paul Ehrlich etc.). Womöglich haben einige Seiten größere Schnittmengen, aber im Allgemeinen gehen die Interessen all dieser Gruppen zeitweilig auseinander.

 

Dabei sollte es (ACHTUNG es folgt meine persönliche Meinung) vor allem um die Gesundheit unserer Kinder und damit aber auch unserer Bevölkerung gehen. Und zwar so evidenzbasiert (auf nachweisbaren Fakten beruhend) wie möglich.

 

Was heißt das konkret?

Von der STIKO (Ständigen Impfkommission) in Deutschland wird empfohlen, das Neugeborene nach einem Schema schon nach 9 Wochen gegen 7 Krankheiten gleichzeitig geimpft werden. (siehe Abbildung)., (Quelle: http://www.babyplaces.de/blog/impfen-ja-oder-nein/)

Andere EU-Länder haben gleiche, wieder andere haben ganz andere Empfehlungen, manche haben gar die Impfpflicht eingeführt. Andererseits ist vor allem unter ganzheitlich orientierten und anthroposophischen Kinderärzten und Eltern die Meinung eher gar nicht oder spät zu impfen und nach individuellen Aspekten sehr verbreitet.

 

Aber wer hat denn nun Recht?!

Darauf gibt es leider keine einfache, allgemeingültige und eindeutige Antwort. 

 

 

Wie alles begann

Mit den Pocken begann alles. Man hat Kinder extra mit Kuhpocken infiziert, damit sie die "echten" Pocken nicht bekamen. Hier eine kleine Übersicht, wann die Impfstoffe ungefähr entstanden sind:

Pocken (1798), Tollwut (1885), Pest (1897), Diphterie (1925), Tuberkulose (1927), Tetanus (1927), Gelbfieber (1937), Kinderlähmung /Polio (1955), Masern (1964), Mumps (1967), Röteln (1970), Hepatitis B (1981).

Die ersten Impfstoffe waren nach heutigen Kriterien schlecht gereinigt und hatten enorm viele Nebenwirkungen, da Quecksilber und Aluminium zur Konservierung verwendet wurden. Einige der gelisteten Impfungen führt man heute gar nicht mehr durch, andere wurden von Lebend- zu Totimpfstoffen (Polio).

 

In der Forschung passiert ja aber zum Glück immer wieder Neues und es werden neue Adjuvanzen (Zusatzstoffe in Impfstoffen) und Impfstoffe erforscht. Auch werden Impfstoffe teilweise jedes Jahr neu entwickelt (siehe Grippeimpfstoff). 

 

Was ich damit verdeutlichen will:

Wir stehen immer noch am Anfang. Wir wissen noch recht wenig über die Wirkweise bzw. die Effekte, die Impfungen tatsächlich mit sich bringen. Sowohl positive als auch negative Langzeit-Effekte sind aufgrund der kurzen Forschungsdauer noch nicht abschließend zu beurteilen. Hinzu kommt, dass in unserer schnelllebigen Zeit jedes Jahr neue Erkenntnisse dazu kommen, die unsere Erfahrungen und Erwartungen stützen oder kippen können. Das heißt, dass Sie und ich mit dem Thema Impfen nicht nach einmaliger Befassung durch sind, sondern die Lage jedes Jahr neu beurteilt werden will.

 

Es gibt Stoffe und Impfungen, die nun schon lange auf dem Markt sind und wodurch natürlich Daten entstanden sind, die darauf hindeuten, das dieser oder jener Impfstoff im Allgemeinen gut vertragen wird. Und bei denen man nach sorgfältiger Abwägung der persönlichen Umstände in der Regel dazu kommt, dass es für das Kind von gesundheitlichem Vorteil ist mit diesem Stoff zu diesem Lebenszeitpunkt geimpft zu werden.

 

Es gibt aber genauso andere Erfahrungen bzw. Daten, die darauf hindeuten können, dass der ein oder andere Impfstoff mehr bewirkt als nur gegen die gewünschte Krankheit zu schützen und das auch mal im Negativen Sinn. Sprich es sind Nebenwirkungen zu beobachten, die evtl den Nutzen der Impfung überschatten oder gar in Frage stellen können.

 

 

 

Mein Apell

Es steht mir als Hebamme nicht zu darüber zu urteilen, was beim Thema Impfen die richtige Strategie ist. Vielmehr ist es mir ein persönliches Anliegen und eine berufliche Pflicht Sie als Eltern dazu anzuregen sich mit dem Thema zu beschäftigen und zu einer für Ihre Bedürfnisse und Ihre Familiensituation passenden Antwort zu kommen.

Ich gebe Ihnen hier nur eine kleine Einführung in das Thema und biete Ihnen ein paar Links oder Empfehlungen für weitere Literatur oder Informationsquellen. Ich stehe auch für Fragen zur Verfügung, wobei ich trotz Biologie-Studium auch nicht immer zufriedenstellende Antworten bieten kann.

 

Reden Sie auch mit Ihrem Hausarzt, Kinderarzt und Freunden, Bekannten und Verwandten. Besuchen Sie Vorträge zum Thema, lesen Sie so viel es geht. Beachten Sie aber das beim Thema Impfen in der Regel zwei Erwachsene Menschen auch zwei zum Teil sehr unterschiedliche Meinungen haben. Stellen Sie sich also darauf ein, dass Sie bei diesem Thema auf sehr viele unterschiedliche Ansichten stoßen. Die Einen werden sich mit Ihren eigenen Ansichten decken und Andere werden genau gegenteilige Argumente anbringen. Versuchen Sie sachlich zu bleiben und auch die anderen Meinungen gelten zu lassen. Bleiben Sie bei sich und suchen Sie die für Sie wichtigen Informationen zusammen.

 

Es gibt sehr viel Literatur zu diesem Thema. Teilweise ist diese allerdings von den erwähnten Interessenskonflikten gefärbt und muss mit wachsamen Augen beurteilt werden. Sogar Studien zum Thema muss man mit Obacht lesen und interpretieren, da diese oft nicht unabhängig finanziert sind und entweder der einen oder der anderen Seite zuspielen sollen. Sowohl Impfgegner als auch Impfbefürworter polemisieren und manipulieren leider streckenweise, um Ihre Meinung und Interessen zu vertreten. Es wird mit der Angst junger Eltern gespielt, das Richtige tun zu wollen. Denn wer will sich später Vorwürfe machen "hätte ich nur ... getan /nicht getan" oder von anderen angeprangert werden "wegen eurem un-/geimpften Kind...!"?

 

Bedenken Sie bitte immer, es geht in erster Linie um die Gesundheit Ihres Kindes und nicht um finanzielle oder ideologische Kriterien. Niemand weiß wirklich, was für Sie / Ihr Kind das Beste ist.

Es ist Ihre Entscheidung für Ihr Kind. Bitte, Nehmen Sie diese Verantwortung ernst!

 

Tipps zur Weiter Bildung 

Ich möchte mit dieser Auswahl keine Meinung bilden oder eine bestimmte Meinung ausklammern, sondern nur Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln ermöglichen. Mir ist wichtig, dass unsere Gesellschaft nicht durch Machtinteressen einzelner Gruppen entmündigt wird und daher versuche ich möglichst alle Informationen und Argumente zu beleuchten und zu prüfen.