Aktueller Tipp

Online-Seminar für werdende Eltern rund um die Themen Mutterschutz und Elternzeit von der BARMER GKV, welches kostenfrei und an alle Personen unabhängig der gewählten Krankenkasse gerichtet ist.

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Liebe Eltern,
Corona verändert immer noch alles. Vieles was vorher selbstverständlich war, wie zur Begrüßung Hände reichen, sich mit Freunden treffen oder einfach in der Stadt bummeln sind in Zeiten der Pandemie  vorsichtig formuliert: 'ungünstig'.

Daher kann ich gerade werdende Mütter und junge Familien nicht so begleiten, wie ich es normalerweise gerne tue. Ich kann nicht wie sonst die ganze Familie einbinden, wie zum Beispiel die Geschwister das Baby wiegen lassen.

Fest steht: Wir alle müssen vorsichtig sein, um uns aber vor allem andere zu schützen. Und notfalls schafft Ihr es auch ohne uns Hebammen. Deshalb möchte ich Euch hier schreiben, was jetzt anders ist.

Ich arbeite seit 2014 freiberuflich, erst als sogenannte Beleghebamme,  das heißt, ich begleitete Frauen vom positiven Schwangerschaftstest an: während der Schwangerschaft, bei der Geburt im Krankenhaus und durch die Zeit des Wochenbettes. Seit 2016 nun biete ich die Begleitung zur Geburt NICHT! mehr an. Ich betreue aber weiter in der Schwangerschaft und helfe in der Vorbereitung auf die neue Familiensituation. Im Wochenbett zeige ich, wie man stillt, ich untersuche die Geburtsverletzungen der Frau und wiege das Baby regelmäßig.

Allerdings muss ich meine Hausbesuche etwas umgestalten. Das bedeutet für Euch und mich folgendes:

1. Reduktion der Besuchszeiten:
Ich werde meine Besuchszeiten auf ein Minimum reduzieren.
Das heißt für Euch: Vor Corona habe ich Euch auch manchmal ohne dringenden medizinischen Grund vor der Geburt zu Hause besucht, um über die Erstausstattung zu sprechen oder um schon eine kleine Einführung ins Stillen zu geben. Das kann ich jetzt nicht mehr. Solange Ihr schwanger seid, werdet Ihr mich nur noch sehen, wenn es wirklich nötig ist. Bzw. nur noch per Telefon oder wir vereinbaren einen Video Telefonie Termin.

Vor Corona haben meine Hausbesuche rund 45 min gedauert. Jetzt sehen wir uns vorerst bei den Hausbesuchen eher nur 20 Minuten. Längere Gespräche dann lieber am Telefon, wenn ich dafür nicht extra vor Ort sein muss.


2. Vorab Telefonat:
Ich rufe vor dem Besuch an oder schreibe eine SMS und erkundige mich, ob alle gesund sind oder Symptome einer Infektion zeigen, ob Kontakt zu Infizierten oder Risikogebieten stattfand. Falls nur ein kleiner Verdacht besteht, seid Ihr verpflichtet mich davon in Kenntnis zu setzen (VOR DEM TERMIN!). DA Schutzkleidung immer noch rar ist, werden wir gemeinsam entscheiden, ob ein Hausbesuch nötig ist. Dann muss ich den Termin ans Ende meines Arbeitstages legen und es sind spezielle Vorkehrungen zu treffen über die ich euch dann informiere. (vorausgesetzt, dass ich genug Schutzausrüstung habe, um mich und andere Familien vor einer Infektion zu schützen)

3. Haushygiene:
Wenn ich Euch zu Hause im Wochenbett besuche, bitte ich Euch den Raum gut durchzulüften, bevor ich komme und natürlich auch, nachdem ich weg bin. Ich habe immer auf gute Hygiene geachtet, aber zurzeit bin ich noch pingeliger als sonst. Ich desinfiziere mir die Hände, trage Mundschutz bevor ich die Frau oder das Baby näher untersuche und natürlich erfolgt auch Händedesinfektion nach den Untersuchungen. Bitte falls ihr könnt, besorgt euch auch einen Mund-Nasen-Schutz oder wenigstens eine Maske aus mehreren Lagen Stoff (der dann Mund UND Nase bedeckt), oder allermindestens ein Baumwollschal. Mit meinem Mund-Schutz schütze ich vorrangig Euch. Mit eurem schützt ihr mich und die anderen Familien. ;-)

4. Kontaktreduktion:
Vor Corona durfte gern die ganze Familie bei meinen Wochenbett Besuchen dabei sein und mir über die Schulter schauen. Die Geschwister binde ich normalerweise immer gerne in die Untersuchungen mit ein. Nun dürfen außer der Mutter und dem Baby keine weiteren Personen im Zimmer sein, wenn ich da bin. Ich möchte die Gefahr minimieren, dass ich mich mit dem Coronavirus anstecke.

5. Kontakt zu Infizierten:
Es kann auch sein, dass jemand in Eurer Familie oder Ihr selbst an Covid19 erkrankt oder der Verdacht besteht. Ich bitte Euch, dass Ihr mich dann rechtzeitig informiert, damit ich mich und andere möglichst nicht anstecke. Wir finden eine Lösung zusammen.

6. Video Betreuung:
In der Schwangerschaft und im Wochenbett begleite und berate ich per Videoanruf. Mit einer Puppe kann man gut auch per Chat demonstrieren, wie das Baby beim Stillen oder Baden gehalten werden sollte – und wie nicht. Oder wie ihr ein Tragetuch wickeln könnt.

Leider kann ich die geburtsvorbereitende Hypnose so nicht anbieten, da die Server doch zu oft belastet sind, so dass die Audiospur nicht immer mit der Videospur synchron läuft. Ich kann dann also eure inneren Prozesse nicht so gut mitverfolgen und diese Unsicherheit kann ich bei der Hypnosearbeit nicht akzeptieren. (Evtl. gibt es aber Kolleginnen, die das anbieten...)

 

Video im Wochenbett:

Im Video kann ich Euer Baby dann natürlich nicht wiegen. Was ich bei Neugeborenen sonst regelmäßig mache, um zu sehen, ob sie richtig zunehmen. Aber ich kann auch aus anderen Faktoren erkennen, wie sich das Kind entwickelt. Ich sehe, ob Säuglinge zu dünn sind oder beispielsweise Gelbsucht bekommen haben, also wenn Haut und Augen sich verfärben, das Baby müde und träge wirkt. Und auch für das Wiegen in Eigenregie gibt es Möglichkeiten (vielleicht habt Ihr ja eine Kofferwaage zu Hause oder eine Küchenwaage? oder könnt diese besorgen...).

Für die Video Telefonie schicke ich euch einen Link einer 'jit.si' Konferenz mit Passwort. Ihr braucht dafür keinen Account, lediglich ein Klick auf den Link und ein PC mit Internet Zugang und günstigerweise einer Webcam (für mobile Geräte müsst ihr evtl eine App installieren). Der Anbieter jit.si stellt DSGVO konforme Video Telefonie (VoIP) zur Verfügung (jitsi.org). Es wird nichts aufgezeichnet und auch keine Daten gesammelt oder gespeichert oder an Dritte weiter gegeben. Bzgl unserer Zusammenarbeit und Kommunikation gelten die Vereinbarungen aus meinem Behandlungsvertrag, denen ihr schon zugestimmt habt oder denen ihr zustimmt  sobald ihr die Konferenz mit mir eingeht. (ich habe Schweigepflicht und erhebe lediglich die Daten, die ich zur Betreuung, Dokumentation, Abrechnung und Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften benötige.)

Es tut mir leid, wenn es grad nicht so läuft, wie Ihr es Euch gewünscht habt. Auch für uns Hebammen ist es eine große Umstellung unserer gewohnten Arbeit.

Genießt diese ersten Wochen und Monate mit Eurem Baby trotzdem in vollen Zügen! Macht es Euch schön! Es ist zauberhaft zu sehen, was diese kleinen Wesen jeden Tag dazu lernen. Diese Zeit kommt nicht wieder! Und vielleicht ist es grade für Euch auch ein Segen, dass viele gerade im Homeoffice stecken.

Bleibt gesund!

Herzliche Grüße
Eure
Hebamme Eva Marie Möller


DIY Masken

https://youtu.be/r51YroAFPds

https://youtu.be/1r2C1zGUHbU

ein super Tipp für alle, die keinen Mund-Nasen-Schutz im Schrank liegen haben:

hier zwei Youtube Anleitungen zur Erstellung einer Maske ohne Nähen!! Das ist kein Mundschutz, aber trotzdem hilft diese Maske dabei die Aerosole in unserer Umgebung beim Einkaufen oder meinem Wochenbettbesuch gering zu halten und damit die mögliche Viruskonzentration in der Luft etwas zu reduzieren. Das gilt also nicht nur in Zeiten von Corona, sondern auch, wenn es um Grippe geht.